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Bärlauchbutter selber machen: Genial einfach!

Bärlauchbutter selber machen: Das einfache 25-Minuten-Rezept für vollen Geschmack! Jetzt ausprobieren.
Bärlauchbutter

Der Frühling riecht nach Neuanfang – und in der Küche nach sattem, frischem Grün. Wenn die Grillsaison startet, gibt es einen einzigen Begleiter, der gewöhnliches Baguette oder ein zartes Steak in ein kulinarisches Highlight verwandelt: Perfekt abgestimmte Bärlauchbutter. Vergessen Sie gekaufte Kräuterbutter aus dem Supermarkt, die meist nur nach Salz und Aromastoffen schmeckt. Mit der richtigen Technik holen Sie sich das volle, knoblauchartige Aroma des Bärlauchs ohne scharfen Nachgeschmack direkt auf den Teller – streichzart, intensiv und im Handumdrehen zubereitet.

Doch hinter einer wirklich makellosen Kräuterkomposition steckt weit mehr als das bloße Zusammenrühren von Fett und gehackten Blättern. Wer die molekularen Prozesse hinter der Fettausfällung, der Oxidation ätherischer Öle und der Enzymkinetik von Alliinase versteht, hebt eine einfache Würzbutter auf ein professionelles Gastronomie-Niveau. In diesem wissenschaftlich fundierten Leitfaden analysieren wir die thermodynamischen Grundlagen, physikalischen Emulsionen und küchenchemischen Raffinessen für ein unvergleichliches Geschmackserlebnis.

Für das vorliegende Rezept haben wir frischen Bärlauch direkt aus dem Supermarkt / Gemüsehändler verwendet.

Bärlauchbutter selber machen: Das einfache 25-Minuten-Rezept für vollen Geschmack! Jetzt ausprobieren.
LukasLukas

Bärlauchbutter

Bärlauchbutter selber machen: Das einfache 25-Minuten-Rezept für vollen Geschmack! Jetzt ausprobieren.
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Kochzeit 10 Minuten
Gesamtzeit 25 Minuten
portions: 25
Gericht: Beilagen, Saucen & Dips, Vorspeisen
Küche: Deutsch
Kalorien: 72

Zutaten
  

  • 250 g Bio-Süßrahmbutter zimmerwarm
  • 50-70 g frischer Bärlauch ca. 1 großer Bund
  • 1 TL Meersalz z.B. Fleur de Sel
  • Abrieb einer halben Bio-Zitrone
  • 1 Prise frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Optional: 20 g fein geriebener Parmesan

Zubereitung
 

  1. Bärlauch gründlich waschen, trocken schleudern und die groben Stiele entfernen.
  2. Die Blätter mit einem scharfen Messer sehr fein hacken oder im Mixer kurz zerkleinern.
  3. Die weiche Butter in eine Schüssel geben und mit einer Gabel schaumig drücken.
  4. Gehackten Bärlauch, Zitronenabrieb, Salz, Pfeffer (und Parmesan) unterheben und gleichmäßig vermengen.
  5. Die Masse in ein Glas füllen oder zur Rolle formen und im Kühlschrank mindestens 2 Stunden ziehen lassen.

Profi-Tipp für die Rettung: Falls Ihre Butter beim Aufschlagen gerinnt (sich Wasser und Fett trennen), liegt das meist an zu kalter Butter oder zu viel Zitronensaft auf einmal. Stellen Sie die Schüssel kurz in ein warmes Wasserbad und schlagen Sie die Masse kräftig mit dem Schneebesen auf – so verbindet sie sich wieder zu einer cremigen Emulsion.

Die Physik der Fettemulsion: Warum Süßrahmbutter die perfekte Basis bildet

Wenn es um das fundamentale Fundament einer erstklassigen Kräuterbutter geht, ist die biochemische Zusammensetzung der Fettbasis entscheidend. Die Wahl zwischen Süßrahm- und Sauerrahmbutter bestimmt maßgeblich die sensorische Stabilität und die thermische Verteilung der flüchtigen Aromastoffe. Süßrahmbutter weist einen pH-Wert von über 6,4 auf und besitzt keine zugesetzten Milchsäurekulturen. Dieser neutrale bis leicht süßliche Charakter dient als perfekter Geschmacksträger für die schwefelhaltigen Verbindungen (Allicin und S-Allylcystein) des waldfrischen Bärlauchs. Sauerrahmbutter hingegen, mit einem pH-Wert unter 5,1, bringt eine ausgeprägte Milchsäurenote mit, die mit den ätherischen Ölen des Lauchs konkurrieren und eine unerwünschte saure Dominanz erzeugen kann.

Aus physikalisch-chemischer Sicht ist Butter eine komplexe Wasser-in-Öl-Emulsion, bei der ca. 16 % Wasser fein in einer kontinuierlichen Fettmatrix verteilt sind. Wird der Bärlauch nach dem Waschen nicht absolut vollständig getrocknet, führt die zusätzliche Oberflächenfeuchtigkeit zu einer Phasenbrechung. Das freie Wasser vermischt sich nicht mit dem Milchfett, sondern sammelt sich in Mikrotropfen. Beim Erstarren im Kühlschrank entstehen dadurch unschöne Hohlräume, und die Lagerfähigkeit sinkt rapide. Die Verwendung einer hocheffizienten Salatschleuder und das anschließende sanfte Trockentupfen mit Zellstoff sind daher keine optionalen Vorbereitungsschritte, sondern physikalische Notwendigkeiten für eine homogene Kristallisation des Fettnetzwerks.

Zur Abrundung des Geschmacksprofils spielen selektierte Geschmacksverstärker eine biochemische Rolle. Der zarte Abrieb einer Bio-Zitrone liefert das Monoterpen Limonen, welches die schweren Schwefelnoten des Alliums auffrischt und harmonisiert. Unverarbeitetes Meersalz (wie Fleur de Sel) löst sich langsam in der Restfeuchtigkeit der Butter auf und erzeugt beim Verzehr punktuelle Geschmacksspitzen. Fein geriebener Parmesan fügt der Matrix natürliches Glutamat hinzu, was über den Umami-Effekt die herzhaften Komponenten gegrillter Speisen verstärkt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Ein gelingsicheres Bärlauchbutter Rezept einfach umsetzen

Die Zubereitung einer perfekten Kräuterzubereitung erfordert präzises Temperaturmanagement und handwerkliches Feingefühl. Um ein erstklassiges Bärlauchbutter Rezept einfach und in professioneller Qualität zu realisieren, muss die Butter die exakte Plastizitätstemperatur von 18 °C bis 20 °C besitzen. In diesem thermischen Bereich befinden sich die Triglyceride in einem semi-kristallinen Zustand: Sie ist weich genug, um mikrofeine Luftbläschen einzuschließen, aber fest genug, um keine Trennung von flüssigem Olein und festem Stearin zu verursachen. Das Aufschlagen der Butter für drei bis fünf Minuten verändert die physikalische Struktur und verleiht der Masse eine samtige, cremige Textur.

Bei der Zerkleinerung des Pflanzenguts entscheidet die Schneidetechnik über die aromatische Qualität. Das Messer muss extrem scharf sein – am besten eignet sich ein schweres Kochmesser oder ein zweihändiges Wiegemesser. Beim Quetschen mit stumpfen Klingen werden die pflanzlichen Zellwände großflächig zertrümmert. Dies führt zu einem ungehemmten Austritt des Enzyms Alliinase, welches das zelluläre Alliin schlagartig in Allicin umwandelt. In übermäßiger Konzentration sorgt dies für ein brennendes, unangenehm scharfes Aromaniveau. Ein sauberer Schnitt hingegen trennt die Zellstrukturen präzise, hält den Enzymaustritt unter Kontrolle und bewahrt die feinen, süßlich-knoblauchartigen Nuancen.

Nach dem gleichmäßigen Vermengen der Komponenten folgt die Ausformung. Die hygienischste und ästhetischste Methode ist das Rollen in fettdichtem Backpapier oder Bienenwachstuch. Die aufgeschlagene Masse wird mittig auf das Papier gegeben, aufgerollt und an den Enden wie ein Bonbon verdreht. Durch diesen leicht erzeugten Innendruck werden Lufteinschlüsse verdrängt. Alternativ kann die Weichbutter mit einem Spritzbeutel und Tülle direkt in kleine Rosetten portioniert oder in saubere Schraubgläser gestrichen werden. Eine Mindestkühlzeit von zwei Stunden stellt sicher, dass das Fettnetzwerk vollständig rekristallisiert und die flüchtigen Aromen die Butterphase durchdringen.

Zubereitung im Thermomix® & in der Küchenmaschine: Scherkräfte und Temperaturkontrolle

Die Mechanisierung des Zubereitungsprozesses bietet enorme Zeitvorteile, birgt jedoch physikalische Fallstricke. Bei einer Bärlauchbutter Thermomix Zubereitung wirken extrem hohe Rotationsgeschwindigkeiten auf das Mischgut. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollten die gewaschenen und getrockneten Blätter zunächst solo bei Stufe 5 bis 7 für genau 5 Sekunden zerkleinert werden. Erst danach wird die zimmerwarme Butter hinzugefügt und auf Stufe 4 für weitere 10 bis 15 Sekunden mithilfe des Spatels emulgiert. Zu langes Pürieren auf hoher Stufe führt zu einer mechanischen Überhitzung durch Messerreibung.

Ein entscheidender blinder Fleck vieler Anleitungen ist der unbedachte Einsatz von zusätzlichen Pflanzenölen (wie kaltgepresstem Olivenöl) im Mixtopf. Kaltgepresstes Olivenöl enthält komplexe Polyphenole und Secoiridochemiene. Wenn die schnell rotierenden Messer des Thermomix® diese phenolischen Verbindungen mit dem Zellsaft des Bärlauchs und der Milchfettemulsion scheren, brechen die Mikrokapseln auf. Das Resultat ist ein extrem bitterer, ungenießbarer Geschmack. Wer eine weichere Konsistenz wünscht, sollte auf geschmacksneutrales Rapsöl oder geklärte Butter (Ghee) zurückgreifen und die Mischeinheit nur auf niedriger Stufe betreiben.

Sollte die Emulsion während des Mixvorgangs dennoch brechen – was geschieht, wenn die Butter zu kalt war oder saure Komponenten wie Zitronensaft zu rasch zugegeben wurden –, greift die thermische Emulsionsrettung. Das Fett und die wässrige Phase haben sich entkoppelt. Durch leichtes Erwärmen des Mixtopfs auf 37 °C für etwa 1 bis 2 Minuten bei kleiner Rührstufe schmelzen die Lipidkristalle leicht an. Unter kontinuierlichem Rühren verknüpfen sich die Lipide und Wasserpartikel wieder zu einer geschmeidigen, homogenen Masse.

Profi-Wissen & Kulinarische Feinheiten: Enzymatische Prozesse und Farbfixierung

Ein häufig auftretendes Phänomen bei der Herstellung frischer Kräuterbutter ist die unschöne braune Verfärbung nach wenigen Tagen im Kühlschrank sowie das Entstehen einer harschen Bitternote. Verantwortlich hierfür sind enzymatische Oxidationsprozesse. Wenn Sauerstoff an die beschädigten Pflanzenzellen gelangt, oxidiert die enthaltene Peroxidase die natürlichen Polyphenole zu bräunlichen Chinonen. Gleichzeitig führt der Abbau von Chlorophyll a und b unter Lichteinfluss zum Verlust des leuchtenden Smaragdgrüns. Für eine tiefere botanische Einordnung des Bärlauch (Allium ursinum) auf Wikipedia lohnt sich ein Blick in die systematische Pflanzenkunde.

Um die enzymatische Bräunung effektiv zu stoppen und die strahlend grüne Farbe dauerhaft zu fixieren, nutzen Spitzenköche die Technik des Kurzblanchierens (Enzyminaktivierung). Die Bärlauchblätter werden hierbei für exakt 5 bis 8 Sekunden in mindestens 80 °C heißes Wasser getaucht und sofort in eisgekühltem Wasser abgeschreckt. Durch den Hitzeschock werden die Enzyme Peroxidase und Alliinase irreversibel denaturiert (inaktiviert), während das Chlorophyll in den Thylakoidmembranen stabilisiert wird. Nach dem gründlichen Trocknen lässt sich der blanchierte Lauch zu einer tiefgrünen, milden Butter verarbeiten, die auch nach Wochen im Gefrierfach ihre optische Brillianz nicht verliert.

Eine gehobene kulinarische Variante stellt die Kombination mit brauner Butter (Nussbutter) dar. Hierbei wird die Süßrahmbutter zunächst in einem Topf kontrolliert erhitzt, bis das enthaltene Wasser verdampft und die Milchproteine durch die Maillard-Reaktion nussige, karamellige Röstaromen entwickeln. Sobald die Butter abgekühlt und über einem Eisbad wieder eine streichfähige, halbfeste Konsistenz erreicht hat, wird der frisch pürierte Bärlauch untergehoben. Das Zusammenspiel aus komplexen Röstnoten und der frischen Knoblaucharomatik schafft ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis für Gourmets.

Bärlauchbutter außerhalb der Saison: Trocken- & TK-Bärlauch im Vergleich

Wenn die kurze Wildkräutersaison im Spätfrühling endet, muss keineswegs auf das charakteristische Aroma verzichtet werden. Für die Zubereitung außerhalb der Erntezeit stehen gefrorener (TK) und getrockneter Bärlauch zur Verfügung. Beide Varianten weisen spezifische chemische und physikalische Eigenschaften auf, die bei der Verarbeitung berücksichtigt werden müssen.

Getrockneter Bärlauch hat durch den Dehydrierungsprozess einen Großteil seiner leichtflüchtigen Allicin-Verbindungen verloren, besitzt jedoch weiterhin intensive, milde Aromastoffe. Um getrockneten Bärlauch in Butter einzuarbeiten, muss er rehydriert werden. Gibt man die trockenen Blätter direkt in das Fett, bleiben sie zäh und ziehen dem Milchfett die Restfeuchte entzwei. Die richtige Methodik besteht darin, 1 bis 2 Esslöffel getrockneten Bärlauch mit einem Teelöffel lauwarmem Wasser oder Zitronensaft für 5 Minuten quellen zu lassen, bevor er unter die aufgeschlagene Süßrahmbutter gearbeitet wird.

Gefrorener Bärlauch (TK) bietet eine deutlich höhere Aromenintensität als getrocknete Ware, da durch das Schockfrosten die Zellstrukturen weitgehend konserviert wurden. Beim Auftauen treten jedoch erhebliche Mengen an Zellwasser aus, da Eiskristalle die Zellwände punktuell durchschlagen haben. Daher sollte gefrorener Bärlauch NIEMALS vor der Verarbeitung aufgetaut werden. Die gefrorenen Blütenschnitzel werden direkt in die zimmerwarme Butter gerührt. Das gefrorene Kräutergut kühlt die Butter leicht ab, bindet sich aber ohne Wasserabgabe homogen in die Emulsion ein.

Kulinarische Verwendung: Wozu passt die smaragdgrüne Kräuterbutter?

Die kulinarische Bärlauchbutter Verwendung geht weit über das klassische Grillfeuer hinaus. Selbstverständlich gehört sie zu den absoluten Höhepunkten der Grillsaison. Auf einem heiß angebratenen Rindersteak, einem zarten Lammkarree oder gegrilltem Hähnchenbrustfilet schmilzt ein Stück der gekühlten Butter langsam dahin. Das Fett verbindet sich mit dem Fleischsaft zu einer glänzenden, aromatischen Sauce. Auch gegrillte Maiskolben, Folienkartoffeln und gegrilltes Sommergemüse erhalten durch das Aufschmelzen eine samtige Würze.

In der Frühlingsküche harmonieren die feinen Noten hervorragend mit edlem Stangengemüse. Ein Stück schmelzende Bärlauchbutter auf kochend heißem Spargel vom Grill oder gedämpftem Weißspargel ersetzt auf elegante Weise schwere Saucen wie die Sauce Hollandaise. Auch frisch gekochte Pasta, Gnocchi oder ein cremiges Risotto lassen sich durch das Unterrühren eines kalten Buttermürbchens kurz vor dem Servieren (Montieren) in ein delikates Gericht verwandeln. Neben Butterzubereitungen bietet sich für Pastagerichte auch die Verarbeitung zu einem intensiv aromatischen selbstgemachtem Bärlauchpesto an.

Auf der Bäckertafel und beim geselligen Apéro ist die Kräuterbutter ein unverzichtbarer Klassiker. Ob auf knusprig geröstetem Bauernbrot, warmem Steinofen-Baguette oder als Füllung für ein selbstgebackenes Kräuter-Zupfbrot (Pull-Apart-Bread) – die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Sogar Meeresfrüchte wie gebratene Garnelen oder Jakobsmuscheln profitieren von der milden Knoblauchnote, ohne dass der feine Eigengeschmack der Edelfische überdeckt wird.

Die blinden Flecken der Konkurrenz: Wissenschaftliche Geheimnisse für absolutes Gelingen

Viele gängige Rezeptportale vermitteln nur oberflächliche Anweisungen und verschweigen die entscheidenden physikalischen Details. Wir decken diese blinden Flecken lückenlos auf, damit Ihre Kräuterbutterkreation perfekt gelingt.

1. Die Wasser-Phasen-Falle: Warum Kräuterbutter im Kühlschrank nässt

Viele Hobbyköche wundern sich, dass sich am Boden ihrer Aufbewahrungsgefäße nach einigen Stunden eine wässrige Flüssigkeit sammelt. Dies liegt an der physikalischen Tröpfchenkoaleszenz. Wenn Bärlauchblätter nass verarbeitet werden, bilden die Wassertropfen zusammen mit dem zellulären Restwasser der Blätter größere Aggregate, die von der Fettmatrix abgestoßen werden.

Die Profilösung: Wenden Sie vor dem Hacken das “Zell-Trocknungs-Prinzip” an. Der Bärlauch muss nach dem Waschen nicht nur geschleudert, sondern zwischen zwei Lagen küchengeeignetem Baumwolltuch sanft ausgedrückt werden. Erst wenn die Blattoberfläche mikroskopisch trocken ist, erfolgt die Vermengung mit der Fettphase.

2. Das Problem der thermischen Fetttrennung im Mixer

Beim Einsatz von Hochleistungsmixern entsteht durch die extrem hohe Schnittgeschwindigkeit Reibungswärme. Diese Hitze bringt die lokal berührten Butterfette über ihren Schmelzpunkt von 32 °C. Das Fett verflüssigt sich vollständig, während der Rest der Butter fest bleibt. Die Emulsion bricht irreparabel auseinander.

Die Profilösung: Kühlen Sie den Mixbecher oder die Messerwelle vor der Verarbeitung für 10 Minuten im Kühlschrank ab. Verwenden Sie den Mixer ausschließlich im Puls-Betrieb (kurze Intervalle von 1-2 Sekunden), um einen Wärmeeintrag wirksam zu unterbinden.

3. Die Peroxidase-Bräunung und Säureschutz

Wer Bärlauchbutter ohne Blanchieren zubereitet, bemerkt oft nach 48 Stunden eine gräuliche Verfärbung der Ränder. Die Luftsauerstoff-Oxidation baut die grünen Farbpigmente ab.

Die Profilösung: Säure senkt den pH-Wert an der Kontaktoberfläche und verlangsamt die Aktivität oxidativer Enzymkomplexe. Die Zugabe von frischem Zitronenabrieb und wenigen Tropfen Zitronensaft schützt das Chlorophyll physikalisch-chemisch und bewahrt die frische Smaragdoptik.

4. Der Einfluss der Salzstruktur auf die Textur

Feines Jodsalz löst sich in der geringen Feuchtigkeit der Butter sofort auf und entzieht den Pflanzenzellen durch Osmose schlagartig Wasser. Dadurch treten Zellflüssigkeiten aus und die Weichbutter wird wässrig.

Die Profilösung: Verwenden Sie grobkristallines Meersalz oder Fleur de Sel. Die Makrokristalle lösen sich aufgrund ihrer geringeren spezifischen Oberfläche im Fettmilieu kaum auf. Sie bleiben als knusprige Salzkristalle erhalten und verhindern den osmotischen Zellaustritt im Produkt.

5. Der Molekulare Aromenschutz beim Einfrieren

Wird Kräuterbutter ungeschützt im Gefrierfach gelagert, kommt es zur Gefrierbrandbildung und zum Sublimationsverlust der ätherischen Öle. Die Butter nimmt Fremdgerüche an und verliert ihr Knoblaucharoma.

Die Profilösung: Umschließen Sie die geformte Butterrolle zunächst lückenlos mit Alufolie oder Wachspapier und versiegeln Sie diese anschließend in einem vakuumirten Gefrierbeutel. Die Doppelbarriere verhindert das Entweichen flüchtiger Monoterpene vollständig.

Experten-Tipps für den perfekten Kräuterbutter-Erfolg

  • Der Spritzbeutel-Formtrick: Für feine Anlässe füllen Sie die weiche Masse in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle. Spritzen Sie kleine Rosetten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und frieren Sie diese für 30 Minuten schockartig ein. Danach lassen sich die edlen Butterblumen perfekt in einer Box stapeln.
  • Die 24-Stunden-Reiferegel: Obwohl die Butter sofort verzehrbar ist, entfaltet sie ihr volles Bouquet erst nach 24 Stunden Kühlschrankruhe. In dieser Zeit wandern die fettlöslichen Aromastoffe vollständig in die Lipidphase ein.
  • Kombination mit Meersalzflocken: Streuen Sie kurz vor dem Servieren noch einige wenige Flocken Fleur de Sel über die aufgeschnittenen Butterscheiben für ein optisches und haptisches Highlight.

SOS-Guide: Schnelle Hilfe bei typischen Zubereitungspannen

  • Die Butter ist zu hart zum Vermengen: Haben Sie vergessen, die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen? Schneiden Sie den Butterblock in dünne Scheiben und raspeln Sie ihn mit einer Küchenreibe. Durch die vergrößerte Oberfläche nimmt das Fett innerhalb von 5 Minuten Raumtemperatur an.
  • Die Weichbutter ist zu flüssig geworden: Wurde die Masse durch zu langes Rühren oder warme Raumtemperatur flüssig? Stellen Sie die Schüssel für 10 Minuten in das Gefrierfach und schlagen Sie sie danach mit dem Schneebesen kräftig durch, bis die Emulsion wieder bindet.
  • Die Kräutermasse schmeckt zu scharf: Wenn der Bärlauch zu intensiv oder scharf schmeckt, fügen Sie einfach weitere 50 g ungesalzene Süßrahmbutter sowie einen halben Teelöffel Puderzucker hinzu. Das Fett und die milde Süße mildern die scharfen Schwefelverbindungen ab.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Bärlauchbutter

Frage: Wie verhindert man, dass Bärlauchbutter bitter schmeckt?
Ein bitterer Geschmack entsteht meist durch zu starkes Quetschen der Blätter mit stumpfen Klingen oder durch das Mixen mit kaltgepresstem Olivenöl im Hochleistungsmixer. Verwenden Sie stets ein extrem scharfes Messer zum Hacken oder verarbeiten Sie die Zutaten im Mixer nur auf niedriger Stufe ohne Polyphenol-reiche Öle.

Frage: Welche Butter eignet sich am besten für Bärlauchbutter?
Süßrahmbutter ist die beste Wahl. Ihr neutraler pH-Wert (> 6,4) und ihr milder Eigengeschmack lassen das feine Knoblaucharoma des Bärlauchs optimal zur Geltung kommen, ohne durch Milchsäurenoten abgelenkt zu werden.

Frage: Wie gelingt Bärlauchbutter im Thermomix®, ohne dass sie flüssig wird?
Zerkleinern Sie die getrockneten Blätter zuerst solo für 5 Sekunden auf Stufe 6. Fügen Sie erst dann die weiche Butter hinzu und mischen Sie alles kurz auf Stufe 4. Kühlen Sie den Mixtopf vor und vermeiden Sie lange Laufzeiten, um Reibungswärme zu verhindern.

Frage: Kann man auch getrockneten Bärlauch für Bärlauchbutter verwenden?
Ja, das ist außerhalb der Saison möglich. Der getrocknete Bärlauch sollte jedoch vor dem Unterrühren in die Butter für circa 5 Minuten mit etwas lauwarmem Wasser oder Zitronensaft rehydriert werden, damit die Blätter geschmeidig werden.

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