
Haben Sie sich jemals gefragt, warum die Scones in einem Londoner Luxushotel wie stolze, luftige Türme emporragen, während das typische Ergebnis aus einem herkömmlichen scones rezept von Chefkoch oft eher an flache, steinharte Kekse erinnert? Es ist ein frustrierendes Paradoxon der Backwelt: Obwohl die Zutatenliste denkbar kurz ist, scheitern unzählige Hobbybäcker an der Textur. Der Fehler liegt nicht an Ihrem Talent, sondern an der Ignoranz gegenüber der molekularen Dynamik von Kälte und Fett.
Ein wirklich perfektes scones rezept ist kein bloßes Mischverhältnis, sondern eine präzise physikalische Operation, bei der es auf Sekunden und Millimeter ankommt. In diesem Guide dekonstruieren wir die britische Backkunst und zeigen Ihnen, wie Sie die berüchtigten “Backsteine” hinter sich lassen, um Ergebnisse zu erzielen, die selbst die Queen beeindruckt hätten.

scones rezept
Zutaten
Zubereitung
- Ofen-Vorbereitung: Heizen Sie den Backofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vor. Ein heißer Ofen ist essenziell für den “Oven Spring”.
- Trockene Basis: Mehl, Backpulver, Natron, Zucker und Salz in eine große Schüssel sieben.
- Butter-Geheimnis: Reiben Sie die gefrorene Butter mit einer groben Küchenreibe direkt in die Mehlmischung. Arbeiten Sie schnell!
- Vermengen: Erzeugen Sie mit den Fingerspitzen eine krümelige Textur (wie grober Sand). Die Butterstücke müssen sichtbar bleiben.
- Flüssigkeit: Erstellen Sie eine Mulde, gießen Sie die Buttermilch hinein und rühren Sie mit einem Messer (nicht mit den Händen!), bis der Teig gerade so zusammenhält.
- Tourieren: Den Teig auf eine bemehlte Fläche geben, dreimal falten (wie einen Brief), auf 3-4 cm Dicke bringen und Kreise ausstechen.
- Backen: Mit Ei bestreichen und 12-15 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.
- Niemals drehen: Wenn Sie den Ausstecher in den Teig drücken, bewegen Sie ihn nicht hin und her. Ein Dreh “versiegelt” die Kanten und verhindert, dass der Scone gerade nach oben aufgeht.
- Kalte Hände: Spülen Sie Ihre Hände vor dem Bearbeiten des Teigs mit eiskaltem Wasser ab.
- Eng zusammenrücken: Platzieren Sie die Teiglinge fast berührend auf dem Blech. Sie stützen sich gegenseitig beim Aufsteigen, was zu einer gleichmäßigeren Form führt.
- Qualität zählt: Besuchen Sie die offizielle Seite der United Kingdom Tea Council, um mehr über die kulturelle Bedeutung der Tea Time zu erfahren.
Die Mehl-Physik: Welches deutsche Mehl liefert die perfekte Textur?
Die Wahl des richtigen Mehls entscheidet grundlegend über den Erfolg Ihrer Backbemühungen. Bei der Suche nach einem hervorragenden rezept scones stößt man oft auf ungenaue Angaben, die den backchemischen Unterschied der verschiedenen Mehltypen in Deutschland vernachlässigen. Um die perfekte Balance zwischen Stabilität und mürber Zartheit zu erreichen, müssen wir die Proteinstrukturen analysieren.
In Deutschland ist das Weizenmehl Typ 405 der Standard für feines Gebäck. Es weist einen relativ geringen Proteingehalt (ca. 9 % bis 10 %) auf. Das bedeutet, dass sich weniger Gluten bildet, wenn das Mehl mit Flüssigkeit in Berührung kommt. Für extrem mürbe Scones ist dies von Vorteil, da der Teig dadurch weich bleibt. Allerdings fehlt ihm unter Umständen die physikalische Tragkraft, um die schwere Butter beim Backen optimal nach oben zu transportieren, wodurch die Scones eher flach bleiben können.
Das stabilere Weizenmehl Typ 550 verhält sich ähnlich wie das angloamerikanische “All-Purpose Flour”. Mit einem Proteingehalt von etwa 11 % bis 12,8 % bietet es ein robustes Glutennetzwerk, das die Ausdehnung der Gase im Ofen perfekt auffängt und somit ein extremes vertikales Aufgehen fördert. Wer einen feinen, nussigen Geschmack bevorzugt, kann zu Dinkelmehl Typ 630 greifen. Dinkel besitzt jedoch ein empfindlicheres Glutennetzwerk, das bei zu starkem Kneten schnell überdehnt wird, was zu einem zähen Gebäck führt.
Um die Glutenbildung beim Verarbeiten des Teiges zu minimieren, wenden Spitzenbäcker das “Scruffy Mass”-Prinzip an. Der Teig darf unter keinen Umständen geknetet werden wie ein Hefe- oder Pizzateig. Ziel ist es, die Zutaten nur so lange zu vermengen, bis ein rauer, unebener Klumpen entsteht. Jede zusätzliche mechanische Bewegung aktiviert die elastischen Proteine, macht die Scones zäh und raubt ihnen die gewünschte mürbe Konsistenz.
Sollten Sie eine glutenfreie Variante zubereiten wollen, müssen Sie die elastischen Eigenschaften von Gluten künstlich nachahmen. Hierzu eignet sich eine Mischung aus glutenfreiem Mehl (z. B. auf Reis- oder Maisbasis) in Kombination mit Flohsamenschalen-Pulver (Psyllium-Husk). Die Flohsamenschalen bilden bei Wasserkontakt ein stabiles, viskoses Gel, das den Gashohlräumen während des Backprozesses die nötige Elastizität und Struktur gibt, sodass die Scones im Ofen nicht in sich zusammenfallen.
Die Chemie des Triebmittels: Schluss mit dem seifigen Geschmack
Ein häufiges Problem bei minderwertigen Rezepten ist ein unangenehm metallischer, seifiger Nachgeschmack auf der Zunge. Diese sensorische Störung resultiert direkt aus einer fehlerhaften chemischen Balance der Triebmittel. Herkömmliche, preisgünstige Backpulver enthalten oft Natriumaluminiumsulfat. Wenn dieses unter Hitzeeinwirkung nicht vollständig mit einer säurehaltigen Komponente im Teig reagiert, bleiben alkalische Salze zurück, die den unliebsamen Geschmack verursachen.
Die chemisch sauberste Lösung für dieses Problem ist die Verwendung von Weinstein-Backpulver. Im Gegensatz zu Standard-Backpulver basiert es auf natürlicher Weinsäure (Weinstein). Das darin enthaltene Natriumhydrogencarbonat reagiert rückstandslos mit dem sauren Weinstein, sobald Feuchtigkeit und Wärme ins Spiel kommen. Dabei wird das Expansionsgas Kohlendioxid (CO₂) freigesetzt, welches den Teig extrem auflockert. Die zugrundeliegende chemische Reaktion lässt sich wie folgt beschreiben:
NaHCO₃ + KHC₄H₄O₆ → KNaC₄H₄O₆ + H₂O + CO₂ ↑
Um böse Überraschungen beim Backen zu vermeiden, empfiehlt sich ein schneller 30-Sekunden-Frischetest für Ihr Backpulver: Geben Sie einfach einen halben Teelöffel des Pulvers in eine kleine Tasse mit heißem Wasser. Sprudelt und schäumt das Wasser sofort kräftig auf, ist das Triebmittel hochaktiv und backbereit. Bleibt die Reaktion aus, ist das Pulver zu alt und sollte entsorgt werden.
Damit sich das Triebmittel im schweren Teig gleichmäßig verteilt und keine bitteren Klumpen entstehen, ist das gründliche Sieben aller trockenen Zutaten vor dem Hinzufügen der flüssigen Phase ein unverzichtbarer Arbeitsschritt.
Das historische Erbe und die Evolution: Ein scones rezept original englisch
Wer sich intensiv mit Backtraditionen auseinandersetzt, merkt schnell, dass ein echtes scones rezept original englisch weitaus mehr ist als eine Liste aus Mehl, Milch und Fett. Die Geschichte dieses legendären Gebäcks reicht zurück bis ins schottische Spätmittelalter, wo Scones ursprünglich aus Hafermehl zubereitet und auf riesigen Backsteinen (den sogenannten “Girdles”) über offenem Feuer gebacken wurden. Diese frühen Scones waren flach, rund und wurden erst kurz vor dem Verzehr in dreieckige Stücke geschnitten.
Mit der Erfindung des Backpulvers im 19. Jahrhundert und dem Siegeszug des feinen Weizenmehls veränderte sich die Struktur des Gebäcks grundlegend. Die Scones gewannen an Höhe und wurden zu einem festen Bestandteil der britischen High-Society-Kultur. Anna Maria Russell, die Herzogin von Bedford, machte die Scones im Rahmen des weltberühmten “Afternoon Tea” gesellschaftsfähig. Der Fokus verlagerte sich von einem einfachen, nahrhaften Brot hin zu einer feinen Patisserie-Spezialität.
Ein traditionelles englisches Scone zeichnet sich durch seine reduzierte Süße aus. Es dient primär als neutrale, mürbe Unterlage für die reichhaltigen Beilagen. Während kontinentaleuropäische Rezepte oft dazu neigen, den Teig mit zu viel Zucker und Vanillearoma zu überfrachten, wahrt das Original die puristische Balance, um den Eigengeschmack der Butter und der Clotted Cream nicht zu dominieren.
Die Säure-Aktivierung: Warum Buttermilch der geheime Katalysator ist
In vielen modernen Varianten wird normale Vollmilch als Flüssigkeit aufgeführt. Aus chemischer und physikalischer Sicht ist dies jedoch ein gravierender Nachteil. Ein erstklassiges Backergebnis erfordert eine saure Flüssigkeit wie Buttermilch oder Kefir. Die darin enthaltene Milchsäure wirkt als natürlicher Katalysator. Sie senkt den pH-Wert des Teiges und reagiert blitzartig mit dem im Backpulver enthaltenen Natron.
Diese Säure-Base-Reaktion erzeugt zusätzliche Gasbläschen, bevor die Hitze des Ofens die Proteine im Mehl gerinnen lässt. Zudem sorgt die Säure dafür, dass das Glutennetzwerk geschwächt wird, was den Scones eine unvergleichlich mürbe, fast im Mund schmelzende Textur verleiht. Wer keine Buttermilch im Haus hat, kann sich mit einem simplen DIY-Ersatz helfen: Geben Sie einfach einen Esslöffel frischen Zitronensaft oder Apfelessig in 250 ml lauwarme Vollmilch. Nach ca. 10 Minuten Wartezeit gerinnt die Milch leicht und liefert denselben sauren Boost wie frische Buttermilch.
Ein wunderbares Geschmackserlebnis kreieren Sie übrigens, wenn Sie Ihre frisch gebackenen Scones zusammen mit einem würzigen Chai Latte servieren. Die intensiven Gewürze des Tees harmonieren hervorragend mit der feinen Buttermilch-Note des Gebäcks.
Ein weit verbreiteter Fehler ist zudem der Einsatz von Margarine oder pflanzlichen Streichfetten wie “Rama”. Diese Produkte weisen im Vergleich zu reiner Butter einen deutlich höheren Wasseranteil auf. Beim Backen verdampft dieses ungebundene Wasser zu früh, wodurch der Teig seine Stabilität verliert und im Ofen zu flachen Fladen verläuft. Reine, eiskalte Butter ist für den physikalischen Stand des Gebäcks absolut obligatorisch.
Die Thermodynamik der Butter und das “Tourieren”-Geheimnis
Der wohl wichtigste physikalische Zustand bei der Zubereitung ist Kälte. Die Butter muss so kalt wie möglich sein, wenn sie mit dem Mehl vermengt wird. Ein genialer Profitrick besteht darin, die Butter vorab einzufrieren und sie anschließend mit einer groben Küchenreibe direkt in das gesiebte Mehl zu reiben. Dadurch entstehen winzige, perfekt verteilte Butterflocken, die sich gleichmäßig im Mehl verteilen, ohne dass der Teig durch die Wärme der Hände erwärmt wird.
Schmelzen diese winzigen Fettpartikel erst im heißen Ofen, hinterlassen sie winzige Hohlräume im Teig. Das darin enthaltene Wasser verdampft schlagartig und drückt den Teig nach oben. Wenn die Butter jedoch bereits beim Kneten durch warme Hände schmilzt, verbindet sie sich homogen mit dem Mehl. Das Resultat ist ein kompakter, schwerer Teig, der im Ofen kaum aufgeht und eine keksartige Konsistenz annimmt.
Um die typischen, blätterteigähnlichen Schichten zu erzielen, nutzen professionelle Konditoren das sogenannte “Tourieren” (Lamination):
- Rollen Sie den unfertigen Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche vorsichtig zu einem Rechteck aus.
- Falten Sie das obere Drittel des Teiges nach unten zur Mitte hin und das untere Drittel darüber (wie einen klassischen Geschäftsbrief).
- Drehen Sie den Teig um 90 Grad und wiederholen Sie diesen Vorgang insgesamt drei- bis viermal.
Durch diese Falttechnik legen sich hauchdünne Butter- und Teigschichten abwechselnd übereinander. Im Ofen führt diese physikalische Struktur dazu, dass die Scones extrem hochgehen und sich später perfekt in der Mitte ohne Messer aufbrechen lassen. Vergessen Sie die oft angepriesene, schnelle “Limonaden-Methode” (Lemonade Scones). Diese liefert zwar durch die Kohlensäure ein gewisses Volumen, lässt jedoch die charakteristische, blättrige Textur vermissen und trocknet das Gebäck rasch aus.
Die Mechanik des Zuschnitts: Warum Drehen ein gravierender Fehler ist
Selbst wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, kann der finale Zuschnitt das Ergebnis ruinieren. Der größte mechanische Fehler beim Ausstechen der Scones ist das Drehen oder Hin- und Herbewegen der Ausstechform im Teig.
Wenn Sie den runden Ausstecher in den Teig drücken und ihn dabei drehen, erzeugen Sie eine starke Scherkraft an den Schnittkanten. Diese Kraft drückt die freiliegenden Teigschichten und das Fett an den Rändern fest zusammen und “versiegelt” sie. Der im Ofen entstehende Wasserdampf kann an den Seiten nicht mehr ungehindert entweichen. Die Scones gehen in der Folge entweder gar nicht auf, verformen sich extrem schief oder bleiben im Inneren feucht und schwer.
Die korrekte Technik ist der sogenannte “Direct Plunge”: Drücken Sie einen scharfkantigen, gut in Mehl getauchten Ausstecher in einer einzigen, schnellen und absolut geraden Bewegung senkrecht nach unten durch den Teig und ziehen Sie ihn ebenso gerade wieder heraus. Nur so bleiben die filigranen, tourierten Teigschichten an den Rändern offen und können im Ofen wie ein Akkordeon nach oben aufspringen.
Warum Sie Ihre Scones dicht an dicht backen müssen
Das richtige Arrangement auf dem Backblech ist eine oft unterschätzte thermodynamische Komponente. Viele Hobbybäcker neigen dazu, die Teiglinge mit großem Abstand zueinander auf dem Blech zu verteilen. Das ist jedoch kontraproduktiv.
Wenn Scones mit großem Abstand gebacken werden, strömt die heiße Luft ungehindert um jede einzelne Kugel herum. Dies führt dazu, dass die Seitenwände der Scones viel zu schnell austrocknen und eine feste Kruste bilden, bevor das Innere des Teiges seine maximale Höhe erreichen konnte. Platziert man die Teiglinge hingegen so, dass sie sich fast berühren (“dicht an dicht backen”), profitiert das Gebäck von zwei physikalischen Effekten:
- Feuchtigkeitsstau an den Seiten: Die Feuchtigkeit kann zwischen den eng stehenden Scones nicht so schnell entweichen. Die Seitenwände bleiben dadurch länger weich und flexibel, was ein maximales vertikales Wachstum begünstigt.
- Gegenseitige Stützung: Beim Aufgehen im Ofen stützen sich die Scones gegenseitig mechanisch ab. Dies verhindert ein ungleichmäßiges Kippen und sorgt für eine perfekt aufrechte, zylindrische Form.
Ein weiterer Geheimtipp ist das Vorheizen des Backblechs im Ofen. Wenn Sie die kalten Teiglinge direkt auf das heiße Blech setzen, sorgt der thermische Schock für ein sofortiges Expandieren der Gase an der Unterseite. Wenn Sie mehr über die historischen Hintergründe und die kulturelle Evolution dieses faszinierenden Gebäcks erfahren möchten, lohnt sich ein Blick auf den umfassenden Wikipedia-Artikel über Scones.
Direkt nach dem Backen sollten die Scones zudem mit einem sauberen, leicht feuchten Küchentuch abgedeckt werden. Der austretende heiße Dampf wird dadurch sanft zurückgehalten, wodurch die Kruste wunderbar zart bleibt und das Gebäck im Inneren seine Saftigkeit behält.
Was macht ein echtes rezept für scones so unverkennbar?
In der internationalen Backlandschaft gibt es unzählige Interpretationen von weichem Hefegebäck, Brötchen und Keksen. Doch ein echtes, durchdachtes rezept für scones besetzt eine ganz eigene, faszinierende Nische. Es ist weder ein klassisches Brot noch ein typischer Kuchen, sondern vereint das Beste aus beiden Welten.
Der entscheidende Unterschied liegt im Zusammenspiel zwischen dem minimalen Zuckeranteil und der enormen Menge an kalter Butter, die nicht emulgiert, sondern in diskreten, festen Partikeln im Teig verbleibt. Während französische Brioches auf einer langwierigen Hefe-Fermentation und warmer, eingearbeiteter Butter basieren, setzen Scones auf die sofortige, explosive Triebkraft von Backpulver und Dampf. Dies macht das Gebäck im Kern extrem weich und an den Außenkanten angenehm knusprig.
Diese einzigartige Textur macht die Scones auch zu einem vielseitigen kulinarischen Begleiter. Sie lassen sich hervorragend mit herzhaften Elementen kombinieren oder klassisch süß mit einer fruchtigen Konfitüre bestreichen. Probieren Sie die frisch gebackenen Scones unbedingt in Kombination mit einer feinen, selbstgemachter Aprikosenmarmelade – die fruchtige Säure der Aprikose schneidet perfekt durch die Reichhaltigkeit der Butter.
Beilagen und Füllungen: Das feuchte Geheimnis der Trockenfrüchte
Wenn Sie Scones mit Rosinen oder anderen Trockenfrüchten zubereiten möchten, stehen Sie vor einer physikalischen Herausforderung. Trockenfrüchte sind von Natur aus hygroskopisch, das heißt, sie entziehen ihrer Umgebung aktiv Feuchtigkeit. Werden ungequollene Rosinen direkt in den trockenen Teig gegeben, entziehen sie diesem während des Backens das dringend benötigte Wasser. Die Folge sind extrem trockene Scones und verbrannte, bittere Rosinen an der Oberfläche.
Die Lösung ist denkbar einfach: Weichen Sie die Trockenfrüchte vor der Verarbeitung mindestens zwei Stunden lang in heißem Wasser, schwarzem Tee oder Fruchtsaft ein. Tupfen Sie sie danach gründlich mit Küchenpapier trocken, bevor Sie sie vorsichtig unter den Teig heben. So bleiben die Früchte saftig und der Teig behält seine optimale Hydratation.
Ein weiteres, rein deutsches Problem ist die Beschaffung von originaler Clotted Cream. Diese dicke, rahmige Spezialität mit einem Fettgehalt von mindestens 55 % ist im deutschen Lebensmitteleinzelhandel oft nur schwer oder zu überteuerten Preisen erhältlich. Glücklicherweise lässt sich ein verblüffend authentischer Ersatz selbst herstellen:
- Mischen Sie zu gleichen Teilen italienischen Mascarpone und saure Sahne oder die traditionelle deutsche Spezialität Schmand.
- Schlagen Sie die Mischung mit einem Schneebesen leicht auf, bis eine cremige, standfeste Konsistenz entsteht.
- Diese Kombination liefert exakt den buttrigen Schmelz und die subtile Säure, die man für die perfekte Tea Time benötigt.
Die feinen Nuancen im scones rezept original
Die puristische Philosophie, die hinter einem echten scones rezept original steht, verbietet jegliche künstliche Aromatisierung. Es ist eine Hommage an die Einfachheit und die handwerkliche Präzision. Jede Zutat hat eine exakte Funktion, und jede Abweichung verändert das thermodynamische Verhalten im Ofen.
Im Original wird auf die Zugabe von Ei im eigentlichen Teig verzichtet; das Ei dient ausschließlich als “Egg Wash” an der Oberfläche, um den Scones ihren appetitlichen, goldgelben Glanz zu verleihen. Die Bindung des Teiges erfolgt rein über das Zusammenspiel der Proteine im Weizenmehl und der kalten Buttermilch. Diese Schlichtheit sorgt dafür, dass die Scones nach dem Backen federleicht sind und nicht schwer im Magen liegen. Wer diese feinen Nuancen versteht und respektiert, wird mit Backergebnissen belohnt, die sich meilenweit von den oft schweren, kuchenartigen Varianten abheben.
Troubleshooting-Guide: Wissenschaftliche Fehleranalyse
Auch bei sorgfältiger Arbeitsweise kann es vorkommen, dass das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht. Die folgende Tabelle hilft Ihnen dabei, die physikalischen und chemischen Ursachen systematisch zu identifizieren und beim nächsten Mal zu vermeiden:
| Problem | Mögliche physikalische / chemische Ursache | Wissenschaftliche Lösung |
|---|---|---|
| Scones gehen flach auf und zerlaufen | Die Butter war zu warm und ist vorab geschmolzen; oder es wurde Margarine mit zu hohem Wasseranteil verwendet. | Verwenden Sie ausschließlich tiefgekühlte Butter und arbeiten Sie extrem schnell in einer kühlen Küche. |
| Teig ist extrem zäh und gummiartig | Das Glutennetzwerk wurde durch zu langes Kneten oder die Verwendung von zu starkem Mehl überaktiviert. | Wenden Sie das “Scruffy Mass”-Prinzip an. Vermengen Sie die Zutaten nur mit einem Messer, bis sie gerade so zusammenhalten. |
| Die Scones gehen schief oder asymmetrisch auf | Der Ausstecher wurde beim Herunterdrücken gedreht, wodurch die Teigränder einseitig versiegelt wurden. | Drücken Sie den Ausstecher absolut senkrecht ohne Drehbewegung nach unten (Direct Plunge). |
| Unangenehmer, seifiger Geschmack | Alkalische Rückstände des Backpulvers wurden aufgrund mangelnder Säure im Teig nicht neutralisiert. | Ersetzen Sie herkömmliches Backpulver durch Weinstein-Backpulver und nutzen Sie Buttermilch statt normaler Milch. |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum perfekten Scones Rezept
1. Kann ich den Scone-Teig bereits am Vorabend zubereiten und im Kühlschrank lagern?
Nein, das ist aus chemischer Sicht nicht ratsam. Sobald das Weinstein-Backpulver mit der sauren Buttermilch in Kontakt kommt, startet die Freisetzung von Kohlendioxid. Wenn der Teig stundenlang ruht, verflüchtigt sich dieses Gas vorab, und die Scones verlieren im Ofen ihre Triebkraft. Der Teig muss nach dem Mischen sofort gebacken werden.
2. Warum werden meine Scones außen zu schnell dunkel, während sie innen noch roh sind?
Dies liegt meist an einer fehlerhaften Ofenkalibrierung oder der Nutzung von Umluft. Backen Sie Scones immer bei Ober-/Unterhitze. Bei Umluft trocknet die Oberfläche zu schnell aus, was die Hitzeübertragung ins Innere blockiert. Ein externer Ofenthermometer kann helfen, die echten 220°C zu überprüfen.
3. Lässt sich die Buttermilch im Rezept durch laktosefreie Alternativen ersetzen?
Ja, das funktioniert hervorragend. Sie können laktosefreie Milch mit einem Esslöffel Zitronensaft mischen, um die benötigte Säure zu erzeugen. Auch pflanzliche Joghurtalternativen auf Sojabasis, die von Natur aus Milchsäurebakterien enthalten, eignen sich gut als laktosefreier Ersatz.
4. Wie bewahre ich übrig gebliebene Scones am besten auf, damit sie nicht austrocknen?
Scones schmecken frisch und lauwarm am besten. Wenn Sie Reste aufbewahren möchten, frieren Sie diese am besten direkt nach dem Abkühlen luftdicht ein. Bei Bedarf können Sie die gefrorenen Scones einfach für 5 bis 8 Minuten bei 180°C im Ofen aufbacken – sie schmecken danach wie frisch zubereitet.
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